Unsere Sonnen- und Schattenseiten

Über unsere Sonnen- und Schattenseiten

Ich habe es wieder zu hören gekriegt

„Ja, Frau Jost, Sie können das schon so erzählen. Ihnen geht es gut, und Sie haben alle diese Probleme nicht. Da lässt es sich gut und einfach über solche Themen schreiben.“

Was? Habe ich mich da etwa verhört?

Weshalb sollte ich eine Ausnahme sein? Glauben Sie wirklich, ich müsste nicht auch hin und wieder Ängste überwinden? Deshalb schreibe ich dazu etwas später ein Beispiel aus meinem Leben.

„Konzentriere dich auf deine Stärken“

Wer hat diesen Spruch nicht schon gehört?

Es ist etwas Wunderbares, mutig, selbstbewusst und voller Tatendrang durch das Leben zu gehen. Gut zu sich selber sein, Freunde haben, täglich in der Natur spazieren gehen, lieb zu Tieren und tolerant zu anderen Menschen sein.

Allzu gerne zeigen wir uns von unserer Sonnenseite. Wir alle möchten – mehr oder weniger – geliebt und bewundert werden.

Toller Job, teures Auto, Einfamilienhaus, immer gut gelaunt und nie gestresst.
Herzlichen Glückwunsch. Doch dies entspricht nicht der gesamten Realität, denn es existiert noch eine zweite, etwas dunklere Seite in uns.

Unsere Schwächen, Ängste, Trauer usw.

Auf der anderen Seite herrschen die eher trüberen Gedanken, Gefühle und Handlungen. Durch negative Glaubenssätze und Erfahrungen können sich diese ausbreiten und im Leben einnisten. Plötzlich zeigen sich destruktive Gedanken, Sie fühlen sich traurig, weil etwas triggert. Oder Sie zeigen eine Verhaltensweise, die unser Umfeld – und manchmal auch wir selber – nicht verstehen.

So kann ein anonymer Telefonanruf triggern, weil früher mal eine Belästigung per Telefon stattgefunden hat. Ein Ort kann nicht mehr betreten werden, wo ein Unfall stattfand, oder eine Melodie macht traurig, da dieses Lied im Radio lief, als der Freund die Beziehung beendete. Oder zu glauben, nicht das haben zu dürfen, was man so gerne möchte, aus Gefühlen von Minderwertigkeit, etc.

Und doch gehört auch die Schattenseite zu uns. Wir alle haben sie, wenn auch unterschiedlich ausgeprägt. Je nachdem, mit welchen Glaubensätzen wir aufgewachsen sind, wie wir gefördert, geachtet und neugierig waren, kann dies sehr variieren. Beide Seiten gehören zu unserem Leben und machen uns zu einem ganzen Menschen.

Lohnt es sich den wirklich, sich mit den unangenehmen Gefühlen auseinanderzusetzen?

Diese Frage kann ich mit einem kräftigen Ja beantworten.

Denn wenn bewusste oder unbewusste Erinnerungen an ein unverarbeitetes, schmerzhaftes oder sogar traumatisches Ereignis in uns sind, so können sogenannte Reize diese immer wieder triggern, und wir reagieren mit unangenehmen Gedanken, Gefühle oder Handlungen darauf.

Werden diese ehemaligen Ereignisse aufgelöst, so entstehen auch bei einem Reiz (z.B. anonymer Telefonanruf) keine Trigger mehr.

Ich kenne so viele Menschen, die sich ihren Ängsten, negativen Gedanken, unangenehmen Gefühlen und Blockaden gestellt haben und so Hindernisse überwanden.
Dadurch konnten sie viel neue, wertvolle Energie freisetzen, lebten gelassener, zufriedener, leichter. Und trauten sich auch in Zukunft mehr zu – weil sie es schon mal geschafft hatten.
Erster Stellplatz

Unser erster Stellplatz kurz bevor es passierte

Eine Schwäche überwinden – ein Beispiel aus meinem Leben

Seit April 2018 sind mein Partner und ich stolze Besitzer eines Kastenwagens mit dem Namen worklifebus. Bereits am ersten Wochenende passierte das, was ich so dringend verhindern wollte.

Wir verbrachten die erste Nacht auf einem privaten Stellplatz. Am Sonntagvormittag wollte ich den worklifebus wenden. Ich schaute mit Adleraugen nach hinten und war mir zu 100% sicher, da steht nichts im Wege. Ich fuhr retour, und es krachte.

Ungläubig und geschockt sah ich, dass ich in das Vordach des Hauses gefahren war. Der Bus war zu hoch, respektive das Vordach zu tief.
Und dies bei meinem ersten Rückwärts-Manöver mit diesem nigelnagelneuen Gefährt.

Ein Check ergab: Der Bus blieb ganz, die Regenrinne am Dach war jedoch zerbeult.

Dieses unangenehme krachende Geräusch hörte ich innerlich immer wieder, sobald ich den Rückwärtsgang einlegte. Das war sehr lästig.
Für meinen inneren Kritiker war dies ein „gefundenes Fressen“. Er redete mir dauernd ein, dass ich es nicht schaffen werde, dieses 6-Meter Ding rückwärts zu manövrieren.

Doch es war von Anfang an so geplant, dass auch ich alleine mit dem worklifebus unterwegs sein werde. So blieb ich eisern dran, fuhr viel und bekam so immer mehr Übung. Das Rückwärtsfahren klappte immer besser (vorwärtsfahren war nie ein Problem). Wir liessen auch eine Rückfahrkamera einbauen, was mir mehr Überblick verschafft und eine Erleichterung ist.

Was ist das Besondere an dieser Geschichte?

Ich bin zum ersten Mal alleine mit dem Bus ins Ausland gereist.
Diese Zeilen schreibe ich in Italien, wo ich eine Kollegin besuche.
Und wissen Sie was? Die Fahrt hat prima geklappt. Am Anfang war ich etwas aufgeregt, doch mit der Zeit fühlte es sich gut an. Was für ein tolles Freiheits-Gefühl.

Weitere Auslandsfahrten werden hoffentlich folgen…

Fazit:

Jeder von uns hat seine Schattenseite. Diese zu kennen und anzugehen, lohnt sich in jedem Fall. Wenn Sie bereit sind, diese aufzulösen, können Veränderungen stattfinden, welche Sie im Leben weiterbringen.

Auch Frauen können Bus fahren. Lasst euch nichts anderes einreden, weder von eurem inneren Kritiker, noch vom Umfeld. Stattdessen einfach üben und dranbleiben.

Beiden Seiten genauer kennenlernen

Um seine eigenen Sonnen- und Schattenseiten besser kennenzulernen und sich damit auseinanderzusetzen, eignen sich die Meditationen von Stefanie Stahl bestens.

https://www.penguinrandomhouse.de/Das-Kind-in-dir-muss-Heimat-finden/aid82962.rhd

Stefanie Stahl ist Psychotherapeutin und Bestseller-Autorin von mehreren Büchern. Diese Meditationen sind im Zusammenhang mit ihrem sehr populären Buch „Das Kind in dir muss Heimat finden“ entstanden.

Ich hoffe, Ihnen helfen die Sonnen- und Schattenkind-Meditationen ebenfalls, so wie dies bei mir der Fall war.

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